Museumshistorie

Geschichte der Entstehung des Museums









 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dem derzeitigen 1. Vorsitzenden unseres Vereins "Militärhistorisches Museum Engstingen-Haid e.V.", Joachim ("Joe") Erbe, war vom "Zweckverband Gewerbepark Engstingen-Haid“, dem „Hausherrn“ des Gewerbeparks, im Jahr 2006 gestattet worden, seine umfangreiche Militaria-Sammlung (besonders deutsche Militär-Uniformen) in den beiden jetzigen, unteren Museumsräumen vorübergehend unterzubringen. Ende 2010 wurde ihm jedoch vom Zweckverband gekündigt. Dagegen musste etwas unternommen werden:

Einige Persönlichkeiten, darunter der damalige Bundestags-Abgeordnete Ernst-Reinhard Beck und der Landtagsabgeordnete Karl-Wilhelm Röhm (beide CDU), bewirkten schließlich, dass die "Sammlung Erbe" am Ort verbleiben konnte, wenn zu deren Verwahrung ein Verein gegründet wurde. Dies geschah Ende 2011, nachdem sich ein Vereinsvorstand gebildet hatte und für den Verein eine Satzung geschaffen- und in das Vereinsregister eingetragen worden war. Von großer Wichtigkeit dazu war, dass in erster Linie der inzwischen gewählte Vereinsvorsitzende und Besitzer der Militaria-Sammlung, Joachim Erbe, dafür sorgte, dass dem Verein in kurzer Zeit über einhundert Mitglieder angehörten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine kleine Gruppe Interessierter machte sich ab Anfang 2012 an die Arbeit, um die vorhandenen Museums-Stücke zu inventarisieren und zu katalogisieren. Bald stellte sich heraus, dass es ausgeschlossen war, die umfangreiche Sammlung, zu welcher laufend weitere Stücke eintrafen, in den beiden, dem Verein vom Zweckverband zunächst zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten unterzubringen. Diese (d.h. die unteren Museumsräume) besaßen außerdem keinen Zugang zu Sanitäreinrichtungen. Nach langen Verhandlungen wurden schließlich dem Verein vom "Zweckverband" zwei weitere Raume im I. OG zur Nutzung überlassen. Das Museum öffnete offiziell im Frühjahr 2013.

Sinn und Zweck des Museums

Die in ihrem personellen und materiellen Umfang stark reduzierte deutsche Armee ist heute in der Öffentlichkeit kaum noch sichtbar. Ihre wenigen geschlossenen Verbände sind in absehbarer Zeit nur noch in wenigen Standorten, also nicht mehr "flächendeckend" stationiert. Truppenübungen oder größere Manöver mit "Volltruppe" finden im freien Gelände kaum noch statt. Seitdem, nach der Aussetzung der Allgemeinen Wehrpflicht, der Dienst in der Armee nur noch auf freiwilliger Basis, also nicht mehr "aus dem ganzen Volk heraus" zu leisten ist, verliert ein Großteil der deutschen Bevölkerung den Kontakt zu all’ dem und das Gefühl für alles das, was "militärischer Dienst" bedeutet, und wozu auch im scheinbar befriedeten Europa militärische Macht vorgehalten werden muss. Noch schwerer ist deshalb heute der Bevölkerung zu vermitteln, dass sich die in Umfang und Kampfkraft stark ge-schrumpfte Bundeswehr nun auch noch auf weltweite Kampfeinsätze vorzubereiten- und diese gegebenenfalls durchzuführen hat.

Auch der einzelne Bundeswehrsoldat ist in der breiten Öffentlichkeit nicht mehr sichtbar. Eine gewisse, "öffentliche" Kontrollmöglichkeit des Dienstes der Soldaten ist seit der Aussetzung der allgemeinen Wehrpflicht auch nicht mehr gegeben. Die Bundeswehr hat sich vom Volk entfernt. Ihr heutiger Auftrag, obwohl von fast allen politischen Parteien gleichermaßen gut geheißen, wird kaum noch verstanden.

Umso wichtiger erscheint, dass die vor zwei Jahrzehnten zu Ende gegangene Geschichte der Bundeswehr aus den Zeiten des "Kalten Kriegs" nicht in Vergessenheit gerät. Damals, im Verteidigungsfall Schulter an Schulter mit den in der Bundesrepublik stationierten Streitkräften der Bündnispartner ausschließlich zur Verteidigung des eigenen Landes einzusetzen, hatte die Bundeswehr wesentlichen Anteil daran, die Abschreckungskraft des NATO-Bündnisses glaubhaft mitzugestalten. Nur dies führte letztlich zum Zusammenbruch des Warschauer Pakts, zu dessen Auflösung, und zur Wiedervereinigung unseres Landes.

Das Militärhistorische Museum Engstingen-Haid hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, den einst mitten auf der Schwäbischen Alb dreieinhalb Jahrzehnte lang ihren militärischen Dienst leistenden ungezählten Soldaten und ihren Truppenteilen ein kleines Denkmal zu setzen. Ihr Beitrag zur Aufrechterhaltung des Friedens und zum Schutz unseres Landes soll dem Gedächtnis der Bevölkerung erhalten bleiben.

Nicht zuletzt haben schließlich auch Tausende Wehrpflichtige aus den umliegenden Orten auf der Haid gedient und am Ende ihrer Dienstzeit ihre eigenen Eindrücke und Erfahrungen mit nach Hause genommen. Das darf nicht in Vergessenheit geraten!